Akteure & Interessen
Wer die Versorgung prägt
Akteure im Überblick
Kinder und Jugendliche
Einfluss: Institutionell gering; für Behandlungserfolg zentralInteresse: Entlastung, Vertrauen, Selbstbestimmung, Teilhabe
Konsequenz: Ziele altersgerecht gemeinsam festlegen, Rückmeldungen einholen und vertrauliche Gesprächsräume schaffen.
Eltern und Sorgeberechtigte
Einfluss: Im Alltag häufig hochInteresse: Hilfe für das Kind, Orientierung, Entlastung
Konsequenz: Erwartungen und Aufgaben klären; Informationsrechte und Vertraulichkeit transparent besprechen.
Therapeut:innen und Praxisteam
Einfluss: Klinisch hochInteresse: Wirksame Versorgung, fachliche Autonomie, tragfähige Arbeitsbedingungen
Konsequenz: Entscheidungswege, Fallverantwortung, Supervision und Arbeitskapazität klären.
Kinderärzt:innen, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Kliniken
Einfluss: Hoch bei komplexen VerläufenInteresse: Diagnostische Klarheit, passende Behandlung, sichere Übergänge
Konsequenz: Konsiliarverfahren, Rückmeldungen und Übergänge verbindlich organisieren.
Schulen und Schulpsychologie
Einfluss: Mittel, im Alltag teilweise hochInteresse: Lernfähigkeit, Anwesenheit, Unterstützung im Schulalltag
Konsequenz: Konkrete Unterstützungsziele vereinbaren und Informationsweitergabe begrenzen.
Jugendamt und Jugendhilfe
Einfluss: Hoch innerhalb ihrer ZuständigkeitInteresse: Schutz, Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe
Konsequenz: Medizinische Behandlung und Jugendhilfeleistungen aufeinander abstimmen.
Krankenkassen
Einfluss: Hoch bei LeistungsbewilligungInteresse: Leistungsrechtlich korrekte, wirtschaftliche Versorgung
Konsequenz: Indikation, beantragtes Kontingent und erforderliche Unterlagen nachvollziehbar darlegen.
KV und Zulassungsgremien
Einfluss: Hoch für den PraxisbetriebInteresse: Sicherstellung, Qualifikation, korrekte Teilnahme und Abrechnung
Konsequenz: Zulassung, Genehmigungen und aktuelle Abrechnungsvorgaben früh klären.
G-BA
Einfluss: Sehr hoch auf SystemebeneInteresse: Evidenzbasierter, rechtlich definierter Leistungsrahmen
Konsequenz: Änderungen der Richtlinien in Versorgungskonzepte übernehmen.
Bewertungsausschuss aus KBV und GKV-Spitzenverband
Einfluss: Sehr hoch wirtschaftlichInteresse: Bewertung und Vergütung von Leistungen
Konsequenz: EBM-Änderungen regelmäßig in Kalkulation und Abrechnung berücksichtigen.
Gesetzgeber, Länder und Kammern
Einfluss: Hoch, besonders langfristigInteresse: Berufszugang, Versorgungsqualität und Nachwuchs
Konsequenz: Berufs- und Weiterbildungsregeln in die Personalentwicklung einbeziehen.
Forschung und Fachgesellschaften
Einfluss: Mittelbar hochInteresse: Erkenntnisgewinn und bessere Behandlung
Konsequenz: Aktuelle Evidenz nutzen, Fortbildung sichern und gegebenenfalls an Forschung teilnehmen.
IT- und Softwareanbieter
Einfluss: Mittel; bei technischer Abhängigkeit höherInteresse: Nutzbare Produkte, Marktanteil und stabile Kundenbeziehungen
Konsequenz: Sicherheit, Vertragsbedingungen, Datenportabilität und tatsächliche Entlastung prüfen.
Drei zentrale Interessenkonflikte
Vertraulichkeit und Elternbeteiligung
Eltern können wichtige Behandlungspartner sein; Jugendliche benötigen zugleich geschützte Gesprächsräume.
Klinischer Bedarf und finanzierte Leistungen
Erforderliche Kooperation, Organisation und Unterstützung müssen mit den jeweils verfügbaren Leistungswegen zusammengebracht werden.
Individuelle Behandlung und Versorgungskapazität
Intensive Behandlung eines einzelnen Falls bindet Ressourcen, während weitere Familien Zugang benötigen.